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Bätterkinden Eindrückliches Rendez-vous mit der Geschichte

Am Sonntag 12. Juli 2015 wurde beim „Buchser-Hüsi“ in Bätterkinden im Beisein von Kriegsveteranen und ihren Nachkommen, von Zeitzeugen und vielen weiteren Interessierten eine Gedenktafel eingeweiht, die an den US-Bomber-Absturz vom 13. Juli 1944 erinnert. Eine spannende Begegnung mit der Geschichte. Sonntag 12. Juli, 9.30 Uhr, beim „Bucher-Hüsi“ in Bätterkinden. Die Sonne am wolkenlosen Himmel sorgt bereits für sommerliche Temperaturen. Die ersten BesucherInnen sind schon eingetroffen, bestaunen die historischen US-Army-Fahrzeuge, die schön in Reih und Glied stehen und lesen mit Interesse die aufgestellten Tafeln zu den Flugzeug-Abstürzen der Umgebung und dem B17-Museum in Utzenstorf. Während Rolf Zaugg – seines Zeichens Museums-Inhaber, Historiker und Initiator und Haupt-Organisator der Gedenkfeier – letzte Instruktionen gibt und alle ausländischen Gäste – Kriegsveteranen und deren Verwandte aus Europa und Übersee – persönlich begrüsst, verkaufen die Mitglieder der Pfadi Landshut bereits erste Getränke zum Durstlöschen. Am Empfangstisch steht der deutsche Kriegs-Veteran Max Lagoda und erzählt den fasziniert zuhörenden Anwesenden Anekdote um Anekdote aus seinen Aktiv-Jahren als Fernaufklärer, zeigt Bilder, die er während des 2. Weltkriegs von Moskau, von Stalingrad, ja sogar vom Kaspischen Meer und von Teheran gemacht hat. 10.30 Uhr: Mittlerweile sind aus Bätterkinden, den umliegenden Dörfern, aber auch aus der ganzen Schweiz zahlreiche BesucherInnen angekommen und warten nun gespannt auf die Reden zur Einweihung der Gedenktafel. Die Trumpet Section der „History Swingers Big Band“ eröffnet den offiziellen Festakt musikalisch. Rolf Zaugg hat die Redner sorgfältig ausgesucht – und entsprechend vielfältig, interessant und berührend sind die Beiträge: Gemeindepräsident Beat Linder, der die Sicht des Nachkriegsgeborenen, der sich der Geschichte aber sehr bewusst ist, einbringt, der Amerikaner Shane Ellis, der als Kind die Geschichte des Bätterkinder Absturzes von seinem Grossvater immer wieder hörte, der Bätterkinder Zeitzeuge Robert Weber, der sich an den Flugzeugabsturz erinnert, als wäre es gestern gewesen, Aviatikpublizist Peter Brotschi, der interessante Fakten zu den Flugzeugabstürzen während des Zweiten Weltkriegs bringt, Max Lagoda, der seine Pflicht als Soldat treu erfüllt hat – aber eben auf deutscher Seite. Während die History Swingers „King Marsch“ spielen, enthüllen Shane Ellis und Rober Weber die neue Gedenktafel, die nun an der Holzmauer des „Bucher-Hüsis“ befestigt ist. Rolf Zaugg und Max Lagoda legen vor der Gedenktafel einen Kranz des Deutschen Luftwaffenrings nieder. Auf derselben Flugroute, die der am 13. Juli 1944 der US-Bomber „Battlin Baby“ bis zum Absturz flog, überfliegen vier historische Kampfflieger das Gelände, später kreuzt eine Antonov AN-2 auf – und fünf Fallschirmspringer springen mit den bereits im Zweiten Weltkrieg verwendeten Rundkappen-Fallschirmen ab. Einer von ihnen ist der Amerikaner Jim Logg, 72-jährig, Vietnamveteran, gestern von Seattle hergeflogen, um diesen Absprung zu machen – und er wird am nächsten Tag wieder nach Hause zurückkehren. Mit der Landung der Fallschirmspringer ist auch der offizielle Akt der Gedenktafel-Einweihung vorbei – und bleibt den BesucherInnen der Feier gewiss als äusserst eindrückliches Rendez-vous mit der Geschichte in Erinnerung.afu

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