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Leutnant Richard Todd und die Pegasusbrücke am D - Day 1944

Richard Andrew Palethorpe-Todd kam 1919 in Dublin zur Welt. Sein Vater Andrew William Palethorpe Todd war ein britischer Offizier und erfolgreicher Rugby-Spieler für das irische Nationalteam vor dem Ersten Weltkrieg. Seine Kindheit verbrachte Richard in Indien, bevor die Familie ins englische Devon zog. Er besuchte die Shrewsbury School in Shropshire und später die Militärakademie Sandhurst. Seine Liebe zur Schauspielerei war jedoch größer und so studierte er dieses Fach an der Italia Conti Academy of Theatre Arts. Die frühen Jahre seiner Schauspielkarriere führten ihn hauptsächlich auf Regionalbühnen, bevor er 1939 das Dundee Repertory Theatre in Schottland mitbegründete. Der Zweite Weltkrieg unterbrach seine Schauspieltätigkeit. 1941 wurde er zum Leutnant befördert und diente ab Mai 1943 beim 7th Parachute Bataillon der britischen 6. Luftlandedivision. In der Nacht vom 5. auf den 6. Juni 1944 war Todd einer der ersten alliierten Soldaten, die im Rahmen des D-Days in Frankreich landeten. Bei der Operation Tonga diente er in Major John Howards Einheit auf der hart umkämpften Pegasusbrücke und verteidigte diese bis zum Eintreffen der von Lord Lovat geführten Entsatztruppe. Diese Begegnung wurde nach dem Krieg in zwei Filmen dargestellt, bei denen jeweils Richard Todd als Schauspieler mitwirkte. Im Film Der längste Tag von Cornelius Ryan stellte er sogar Major Howard dar.

Nach dem Krieg ging Todd zurück zum Dundee Repertory Theatre. Danach debütierte er im Londoner West End in der Rolle des Lachlan MacLachlan im Theaterstück The Hasty Heart von John Patrick. Nach einem Zwischenspiel am New Yorker Broadway kehrte er wieder nach England zurück. 1950 erhielt Todd eine Oscar-Nominierung und den Golden Globe Award als Bester Nachwuchsdarsteller für die Kinoversion von The Hasty Heart. Einer seiner Kollegen in diesem Film war der Amerikaner Ronald Reagan, der 30 Jahre später Präsident der Vereinigten Staaten sein sollte. Die beiden verband eine tiefe Freundschaft. Anfang der 1950er-Jahre hatte er, beginnend mit Robin Hood und seine tollkühnen Gesellen, Hauptrollen in drei von Walt Disney in Großbritannien produzierten Abenteuerfilmen. Weite Bekanntheit erlangte er 1954 in der Rolle des Wing Commander Guy Gibson in Michael Andersons Film Mai 1943 Die Zerstörung der Talsperren (The Dam Busters). Ursprünglich sollte er, nach dem Willen von Ian Fleming, den ersten Film-James Bond verkörpern, da er dem blauäugigen, aristokratischen Agenten weit mehr als Sean Connery entsprach. Später änderte Fleming seine Meinung, nachdem Connery beim Vorsprechen für die Bond-Rolle durch seine überaus hervorstechende und männliche Gangart überzeugte. Weitere Auftritte im Fernsehen hatte Todd in Virtual Murder, Silent Witness und Doctor Who. Todd war zweimal verheiratet und zweimal geschieden: Von 1949 bis 1970 mit Catherine Grant-Bogle, einer Kollegin beim Dundee Repertory; das Paar bekam ein Sohn, Peter und eine Tochter, Fiona. Von 1970 bis 1992 war er verheiratet mit Virginia Mailer; auch hier wurden zwei Söhne geboren, Andrew und Seumas. Seumas (1977–1997) starb durch Suizid; auch sein Sohn Peter (1952–2005) aus erster Ehe tötete sich selbst. Zuletzt lebte Todd auf einem Bauernhof in Lincolnshire, England. Die Walt Disney Company ernannte ihn im Jahr 2002 zur „Disney Legend“ („Disney-Legende“).

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