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B-17G Ermensee 25. Februar 1945 / P-47 Thunderbolt 21. April 1945 in der Nähe von Bologna, Italien

Die Geschichte von zwei Brüdern, Ball Turret Gunner: Sgt. George J. Hintz der am 25. Februar 1945 in der Schweiz mit dem Fallschirm aus der brennenden B-17G absprang und von seinem Bruder 1st Lt. Loren Hintz der am 21. April 1945 mit einem P-47 Thunderbolt über Italien tödlich abgeschossen wurde.

Ball Turret Gunner: Sgt. George J. Hintz 25. Februar 1945

Der B-17G Bomber von der 8th Air Force, 95th Bomb Group, 336th Squadron, Serial Nr. 42-31989 mit der Kennzeichnung ET-M und dem Nik Name: „Black Magic“ startete in Horham (GB) und musste nach dem Einsatz über München in Ermensee Notlanden wo er anschliessend verschrottet wurde. Pilot 2Lt. Karel Havlik flog diese B-17 und der Kugelturmschütze Sgt. George J. Hintz erinnert sich an diese Mission: Wir waren etwa acht Minuten vom Ziel entfernt in einer Höhe von etwa 6’000 Meter als unser Motor Nummer 4 durch Flakfeuer getroffen wurde und sich dieser in seine Bestandteile aufzulösen begann. Wir verloren schnell an Höhe und drehten ab in Richtung Colmar (Frankreich). Wir waren mitten in schwerem Flakfeuer, dabei wurde ein Teil der Nase weggeschossen und die Flügelspitzen waren ebenfalls zerschossen. Der Tail Gunner Sgt. Wilbur I. Schraner hatte seine Munition verschossen, als wir einen direkten Treffer in Motor Nummer 3 erhielten und den wir sofort stilllegen mussten. Die Sauerstofftanks waren ebenfalls getroffen und pfiffen wie lecke Autopneus. Als wir noch ein grosses Loch beim Funkerraum erhielten, machten wir uns auf eine Notlandung gefasst. Das Funktablett war getroffen, Motor Nummer 2 stand in Flammen und die Flügel brannten ebenfalls, als der Befehl zum Fallschirmabsprung kam. Wir landeten alle in der Gegend von Schongau und Hämikon. Der besatzungslose B-17 Bomber flog führerlos weiter und überflog in niedriger Höhe Richensee, wo er kurz darauf in Ermensee wie von einem Piloten gelandet, eine Bauchlandung ausführte.

Die B-17G mit der Serial Nr. 42-31989 musste bereits am 1. April 1944 in Honington England eine Bauchnotlandung ausführen. Am 19. Mai 1944 kehrte der Bomber zu seiner Gruppe zurück, bis er in der Schweiz ganz allein auf dem Bauch landete. 

Besatzung:

Pilot: 1st Lt. Karel Havlik, 

Copilot: 2nd Lt.  Donald M. Johnston

Navigator: 2nd Lt. Lloyd L. Brandborg

Bombardier: Sgt. Robert H. Welsh

Engineer: T/Sgt. John Maruk

Radio: Sgt. Thomas R. Conry

Ball Turret: Sgt. George J. Hintz

Waist Gunner: Sgt. Charles H. Jones

Tail Gunner: Sgt. Wilbur I. Schraner

 

1st Lt. Loren Hintz 21. April 1945

Am Morgen des 21. April 1945 gab es in der Nähe von Bologna, Italien, eine dicke Schicht Bodendunst. Trotzdem konnte 1st Lt. Loren Hintz die grünen, dunstbedeckten Felder sehen, die seinem Bauernhaus aus Kindertagen in Iowa ähnelten. Der Krieg in Europa ging zu Ende und führte zu mehr Piloten als Missionen. Viele entschieden sich dafür, zurückzubleiben und nur bei Bedarf zu fliegen. Der 26-jährige Loren wollte jedoch unbedingt nach Hause. Je mehr Missionen er absolvierte, desto eher konnte er zu seiner einjährigen Tochter Gretchen und seiner Frau Gert zurückkehren, die im achten Monat schwanger war. Wenig wusste Loren, dass diese einstündige Mission „Räder hoch, Räder runter“ ("wheels up, wheels down") seine letzte sein würde. An diesem dunstigen Morgen machte sich Hintz auf den Weg zu seiner 66. Mission im Zweiten Weltkrieg. Es war eine 12er Flugzeuge-Formation, die Brandbomben an Bord hatten mit dem Ziel deutsche Bodentruppen außerhalb von Bologna zu bombardieren. Hintz war im hinteren Teil der Formation positioniert, ein "Heck-Charlie". Dies bedeutete, dass das Überraschungsmoment verschwunden war, als Hintz herabstieg, um seine Bombe abzuwerfen. Die deutschen Truppen hatten begonnen zurückzuschiessen, sie konzentrierten sich auf Lorens Flugzeug. Die P-47 Thunderbolt wurde getroffen und in Brand gesteckt, innerhalb von nur 10 Sekunden stürzte das Flugzeug auf dieselben grünen Felder, die Loren vor weniger als einer Stunde bewundert hatte. 1st Lt. Loren E. Hintz aus Charles City, Iowa, hatte das ultimative Opfer gebracht.

Quelle : Hans- Heiri Stapfer / AirCorps Aviation, MN / Hans Wronka

Film FINDING LOREN

Reportage Black Magic
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